Fjodor Dostojewski schrieb im 19. Jahrhundert, Geld sei «geprägte Freiheit». Hatte der grosse russische Autor seherische Fähigkeiten? Denn das Bargeld und damit die Freiheit des Bürgers stehen auf dem Spiel. Weiterlesen
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Mit Sicherheit stirbt die Freiheit.
«Die Freiheit aufzubrechen, wohin ich will.» Das, sagte Reinhold Messner, als ich ihn fotografieren durfte, habe ihn das ganze Leben motiviert und bewegt. Ein guter Leitspruch in Zeiten, wo Sicherheit die Freiheit dominiert.
Nicht leicht dahin gesagt, von jemandem, der keine Ahnung vom Risiko hat. Sondern überzeugt gelebt von einem, dessen Kletterkarriere mit abgefrorenen Zehen zu Ende war. Und der dann wieder aufgebrochen ist, um die Arktis zu durchqueren.
Hans im Glück.
Was sollte das jetzt werden? Der Alte mit den strähnigen Haaren und abgeranzten Klamotten aus dem Haus schräg gegenüber, der aussah wie ein Wanderprediger, begann auf seinem kleinen Balkon etwas aufzubauen. Roberto saß, seine AirPods im Ohr, mehr ärgerlich als entspannt vor seinem Bier auf seinem eigenen Balkon, von dem er über den großen Innenhof – und eben auch direkt auf den ein paar wenige Meter entfernten und ein Stockwerk tiefer liegenden Balkon des Alten blicken konnte. Die Häuserblocks standen acht Stockwerke hoch in einem Quadrat angeordnet. Deutsche Standard-Architektur, alles in grau und weiß gestrichen. Diese Art von Wohnsiedlungen sahen inzwischen von Freiburg bis nach Flensburg alle gleich aus. Die kapitalistische Übersetzung des Plattenbaus. Der März war ungewöhnlich warm in diesem Jahr, die Abendsonne verwöhnte die Häuser mit den nach Westen ausgerichteten Balkonen mit einem milden Finale des Tages.
WeiterlesenSo·li·da·ri·tät.
So·li·da·ri·tät, (zolidariˈtɛːt), Substantiv, feminin [die] hat Hochkonjunktur in (Corona-) Zeiten wie diesen. Jeder beruft sich auf sie, öffentlich wird sie vielstimmig eingefordert, und wer sich jetzt unsolidarisch verhält, ist gesellschaftlich und politisch sowieso schon so gut wie tot.
WeiterlesenStatistik, Kapitel 2.
Habe heute morgen gelesen, die Welt sei zynisch geworden, weil sie die Anzahl der Toten vergleicht, anstatt Erfolge. War sie nicht vor Corona zynisch, weil sie Tote ignoriert hat, trotz ihrer Erfolge? Die Absurdität der postmodernen Gesellschaft.
Statistik, Kapitel 1.
Klar, die Schublade ist schon offen: «Religiöser Eiferer». Bin ich nicht. Übrigens auch kein Zyniker.
Aber Zahlen und der daraus abgeleitete Schrecken sind sowohl für Politiker, geistliche Würdenträger, Journalisten als auch eben die Öffentlichkeit sehr, sehr relativ. Und die Be- oder Verurteilung der daraus zu ziehenden Konsequenzen geschieht immer vom Standpunkt der eigenen Überheblichkeit. Die Absurdität der postmodernen Gesellschaft.
In Kürze folgen weitere Beispiele, welche diese These untermauern.
Dem sinnlosen Virus menschlichen Sinn entgegensetzen.
«Wenn man glaubt, dass alles im Letzten sinnlos ist, dann ist die Lage völlig trostlos, denn was interessiert das Weltall schon, wenn irgendwo auf einem peripheren Planeten eine ganze Menschheit an einem Virus verreckt. Als Christ erlebe ich die jetzige Situation als Herausforderung an meine Freiheit. Wenn das alles einen Sinn hat, den ich in der Liebe zu Menschen, in ergreifender Musik und begeisternder Kunst ahnen kann, dann werde ich gerade jetzt versuchen, einem sinnlosen Virus menschlichen Sinn entgegenzusetzen.»
Manfred Lütz, Psychiater, Theologe und Bestsellerautor in der FAZ vom 30.03.2020
Wehrt Euch!
Wer sich noch an die Unterschriftensammlungen gegen die Volkszählung erinnern kann, oder gar selbst gesammelt hat, gehört definitiv zur Corona Risikogruppe. Umgekehrt gehören jene, die «freiwillig» ihre Handydaten fürs Tracking zur Corona Seuchenbekämpfung zur Verfügung stellen würden, wohl zur Risikogruppe politisch naiver Schlafwandler.
WeiterlesenAngst.
«Politiker lieben die Angst, sie schenkt ihnen eine Atmosphäre, in der sie arbeiten können. Angst verleiht ihnen Würde, sie liefert ihnen Ausreden und gibt ihnen Macht über die Bevölkerung. Alledem sollten wir uns widersetzen.»
John le Carré in der FAZ am 15.11.2008
Die Kassiererin.
«Arschloch.» Hatte Lucía nicht gesagt. Aber gedacht. Und offensichtlich konnte der «cabrón» in ihrem Gesicht lesen wie in einem offenen Buch. Der Mann lief rot im Gesicht an und begann zu schreien: «Was glaubst Du eigentlich, wer Du bist? Ich, ich bin der Kunde! Ich. Ja, ich! Da brauchst Du gar nicht so verschreckt zu glotzen! Und ich bestimme die Musik, weil ich bezahle! Kapiert? Geht das in Dein kleines Itaker-Hirn, Ja? Verstehst Du mich überhaupt?» Lucía saß tatsächlich erschrocken und wie vom Donner gerührt. In den Schlangen vor den anderen Kassen des Supermarktes drehten sich die Köpfe. «Ja, natürlich verstehe ich Sie», brachte Lucía mit leiser Stimme hervor.
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