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Nackt.

«Digitalisierung» und «Transformationsprozess» sind die Zauberworte, mit denen uns die Propheten einer neuen Zukunft locken. Während sie sich klammheimlich die Hände reiben, weil die gegenwärtige Pandemie auf diese Veränderung wie ein Brandbeschleuniger wirkt. «Digitaler Euro», «kontaktloses Bezahlen», «in-house delivery», «digitale Krankenakte» – die schöne neue Welt hat viele Namen. Und wir datteln alle weiter selbstvergessen auf unseren Handys, ohne zu bemerken, wie sich Bürgerrechte auflösen und unsere Identitäten in der virtuellen Welt gegen uns verwendet werden. In der vergangenen Woche hat sich in Finnland allerdings eine digitale Katastrophe ereignet, die es seltsamerweise noch nicht flächendeckend in die Schlagzeilen geschafft hat. Ein Hacker hat die Krankenakten von rund vierzigtausende Patienten eines großen Psychotherapiezentrums in seinen Besitz gebracht. Inklusive der so genannten «Personenkennzeichen».

Junk fürs Hirn.

«Was ist doch das jetzt schlimm mit den fake-news, und das Gerede von der Lügenpresse», «Wie kann es denn bloss sein, dass diese Amerikaner diesen schrecklichen Donald Trump gewählt haben und womöglich wieder wählen». «Na ja, und diese Brexit-Briten» oder «Huch, diese AfD-Hetze und Covidioten, und wieviele auch bei uns drauf hereinfallen»: Gehört alles zum guten Ton in bildungsbürgerlichen Kreisen beim gepflegten Mosel-Riesling und sautierten Felchenfilet auf Safran-Risotto. Ebenso wie die Aufregung über den Niedergang der Deutschen Presselandschaft von Stern bis Spiegel und von Süddeutscher bis FAZ, oder über das bescheidene Niveau des lokalen Provinz-Blättchens. Und dann kommt – weil unsereins ja «vom Fach» ist – die Auslöser-Frage für eine Wut-Rede: «Kannst Du mir eigentlich erklären, warum ein Digital-Abo im Verhältnis zur gedruckten Zeitung so teuer ist?»

Die Blockwarte sind unter uns.

Man stelle ich vor: Christian Lindner hat einen Freund zum Abschied umarmt. «Ohne Vorsatz», wie er sagt. Einfach so. Unglaublich, böse, ungezogen und asozial. Die Blockwarte lösten einen Shitstorm aus. Qualitätsmedien wie SPIEGEL, FAZ und andere durften da nicht schweigen und titelten: «Abstandsregeln verletzt» oder «Auch andere Politiker halten sich nicht immer an die Regeln». Traurig aber wahr – inzwischen fällt einem Liberalen dazu nichts besseres ein, als sich zu entschuldigen. Für was eigentlich?

Kinder an die Macht!

«Sport war einmal ein wichtiger Bestandteil unserer Gesellschaft, der unter anderem auch die Interessen der Kinder und Jugendlichen mitvertreten hat. Von Kindern und Jugendlichen, die jetzt auch durch den Sport nicht mehr aus dem Umfeld häuslicher Gewalt, die es – geschätzt – in jedem siebten Haushalt in Deutschland gibt, vorübergehend entfliehen können, die seit langem auch fast keine körperliche Interaktion und kein adäquates Bildungsangebot mit Gleichaltrigen mehr hatten.» Professor Perikles Simon in der FAZ vom 13. Mai 2020

Vom gesegneten Wasser kosten.

Haben Sie sich auch schon einmal gefragt, wo plötzlich die Unmengen an Desinfektionsmitteln herkommen, die plötzlich in jedem Laden, jeder Behörde, jeder Werkstatt, und, und, und, … am Eingang stehen? Ein Produkt, das vor wenigen Tagen noch Mangelware war? Und haben Sie sich auch schon mal die Mühe gemacht, ein Etikett zu studieren? Bakterizid, Fungizid und Wirksamkeitsversprechen im Konjunktiv sind echte Entdeckungen. Aber ich möchte nicht motzen, als Geschichtenerzähler erzähle ich viel lieber eine solche. Eine mittelalterliche Erzählung – und die geht so:

Vom Leben und Sterben der Insekten?

Corona-Pandemie bedeutet auch, dass die Stunde der Experten geschlagen hat. Böse Zungen behaupten auch die Diktatur der Experten. Unabhängig davon ist es offensichtlich – zumindest von einer Mehrheit – akzeptiert, dass wir aus dem Blickwinkel einer bestimmten Wissenschaft auf die Welt fokussieren. Und dann Politik die mehr oder weniger begründeten Ergebnisse deutet und entsprechende Entscheidungen fällt. Im Moment sind Virologen und Epidemiologen hoch im Kurs. Lassen wir uns einmal auf die Perspektive der Ökosystem-Forschung und ihre Erkenntnisse ein.

Grobe Unsportlichkeit!

Fußball verbindet. Ja, das sieht man. Zum Beispiel am Bild von Markus Söder (CSU) und Armin Laschet (CDU), die sich am Montag letzter Woche bei «Bild live» selten wie nie, gemeinsam einig waren – den Plan der Deutschen Fußballliga gutzuheißen. Was derzeit im deutschen Fußball geschieht und von der Deutschen Fußballliga (DFL) vorangetrieben wird, wirft kein gutes Licht auf den Sport. Auch Rasenballbegeisterte sehen das so.