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Essen ist Musik.

Das leise Rauschen sickerte nur langsam in Constanzes Bewusstsein. Sie schlug die Augen auf. Durch die weit geöffneten, bodentiefen Fensterflügel konnte sie im weiten Bogen der gelbfelsigen Bucht das Türkis des Meeres sehen, das seine Wellen mit weißen Schaumkronen über den feinen Sandstrand rollte. Die Ausläufer eines nächtlichen Sturms. Weit draußen auf dem Meer. Und ihrer Erinnerungen. Constanze zog fröstelnd das Laken hoch, das ihr über den Nabel hinabgerutscht war. Amadé war schon früh aufgestanden. Eine Eigenschaft, die sie bei ihm noch nicht kannte. Wie so vieles.

Hans im Glück.

Was sollte das jetzt werden? Der Alte mit den strähnigen Haaren und abgeranzten Klamotten aus dem Haus schräg gegenüber, der aussah wie ein Wanderprediger, begann auf seinem kleinen Balkon etwas aufzubauen. Roberto saß, seine AirPods im Ohr, mehr ärgerlich als entspannt vor seinem Bier auf seinem eigenen Balkon, von dem er über den großen Innenhof – und eben auch direkt auf den ein paar wenige Meter entfernten und ein Stockwerk tiefer liegenden Balkon des Alten blicken konnte. Die Häuserblocks standen acht Stockwerke hoch in einem Quadrat angeordnet. Deutsche Standard-Architektur, alles in grau und weiß gestrichen. Diese Art von Wohnsiedlungen sahen inzwischen von Freiburg bis nach Flensburg alle gleich aus. Die kapitalistische Übersetzung des Plattenbaus. Der März war ungewöhnlich warm in diesem Jahr, die Abendsonne verwöhnte die Häuser mit den nach Westen ausgerichteten Balkonen mit einem milden Finale des Tages.