Ansichten, Natur
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Wenn es heiß ist.

Ich trau‘ mich‘s kaum, zu schreiben: Die viel beschworene Hitzewelle hat mich kalt gelassen. Im Gegenteil. Ich hab‘s gefeiert während der längsten Tage des Jahres – noch ohne Mücken und Wespen – bis spät nachts in T-Shirt und kurzer Hose draußen zu sitzen. Das gleiche Gefühl wie sonst in den Sommer-Ferien in Bella Italia. Aber in Deutschland ist es immer falsch: Entweder regnet es zu viel und ist zu kalt, oder die Sonne kocht den ewigen Nörglern den letzten Rest Fröhlichkeit aus den germanischen Seelen.

Nicht die Arbeiter im Straßenbau oder die Dachdecker, nicht die Landwirte oder Maurer maulen. Nein, Büro-Menschen und Krawatten-Träger nölen. Und natürlich die Untergangs-Propheten. „Klima-Kollaps“ und „Übersterblichkeit“ wabern durch Artikel und Foren, und während in Russland und im Iran die Treibstoff-Lager in Serie in die Luft fliegen und gigantische Mengen an giftigem Ruß und unvorstellbare Mengen an CO2 ohne jeglichen Sinn in die Atmosphäre gejagt werden, legen uns besorgte Wissenschaftler und ganz genau Wissende hierzulande nahe, jetzt doch endlich, schnellstmöglich und radikal genau diesen CO2-Ausstoss zu reduzieren. Damit wir alle gemeinsam den Planeten retten können. Wohlwissend, dass sich der Impact unseres Landes im Promille-Bereich bewegt. Aber natürlich brauchen wir auch sofort Hitze-Notfallpläne und am besten jetzt klimatisierte Gebäude, wo immer es geht. Die Energie kommt schließlich aus der Steckdose.

Dabei beschäftigen mich immer drängender ein paar Fragen: Kann ich die so genannten „Klimaleugner“ besser verstehen, weil ihr Weltbild wenigstens konsistent ist? Oder werde ich irre an den vielen Krokodilstränen vergießenden Mitmenschen, die angesichts der Hitze von den Politikern fordern, „endlich, endlich etwas zu tun gegen das Aufheizen des Erdballs“. Während sie mir vom nächsten geplanten Urlaubs-Flug erzählen. Oder mir vom gerade erlebten Trip mit ihrem vollklimatisierten Plastik-Ferienhaus auf vier Rädern (also ich glaub‘, die fahren alle mit Diesel) vorschwärmen. Wahlweise in den Süden. Gibt es da eigentlich auch Hitze-Schutzräume? Oder alternativ in den hohen Norden, wo es herrlich kühl ist, und ebenso herrliche Natur-Landschaft zu finden gibt. Also mal im Ernst – ist das nur „kognitive Dissonanz“ oder schon Schizophrenie?

Keine Ahnung. Es ist wie es ist. Das Leben ist zu kurz, um sich übers Wetter oder den Wahnsinn dieser Welt aufzuregen. Freue ich mich also auf den nächsten warmen Sommer-Abend mit einem guten Gläschen Weissburgunder und fröhlichen Menschen, die den Charme des Südens zu schätzen wissen – und träume mich ans Meer.

1 Kommentare

  1. Juergen Bruederlin sagt

    Gibt es außer mir noch andere Menschen, die sich fragen, was dieser Artikel aussagen soll? Über Antworten würde ich mich freuen.

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