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Mein neues Buch ist fertig!

Kurzgeschichten für entspannte Stunden am Kamin – fröhlich und mit Tiefgang: Ab Donnerstag, 11.11.2021 ist das Buch «Den Himmel berühren», ein Softcover-Band mit 96 Seiten für 18,95 € (ISBN-Nummer 978-3-9823861-0-2) im Buchhandel erhältlich oder kann über den Verlag unter www.eigensinn-gmbh.de direkt bezogen werden. Also – wer dieses Jahr sich zeitig um ein Weihnachtsgeschenk kümmern möchte, findet hier das passende Geschenk! Kurzgeschichten und eindrucksvolle Fotos wechseln sich ab beim Konzept dieses nicht ganz alltäglichen Formats – denn als Künstler bin ich immer noch dabei, herauszufinden, ob ein Bild mehr sagt als tausend Worte, oder ob es vielleicht so ist, dass ein Wort tausend Bilder auslöst? Am Samstag, 13.11.2021 um 14 Uhr wird im Byro, dem wunderschönen Coworking Space in der Altstadt von Aarau, die erste Lesung stattfinden – eine herzliche Einladung an alle, die Lust und Zeit haben!

Bereit? Jawoll. Weil Ihr es seid.

Das ist schön: Die Grünen haben deutsche Traditionen für sich entdeckt. Blockwart und Stasi-Spitzel erleben im 21. Jahrhundert ihre Wiedergeburt als politisch korrekte Steuer-Streber. Und da wir Deutschen es gewohnt sind – spätestens seit unseligen Blockwart-Zeiten –, die Dinge gründlich und technisch ausgereift umzusetzen, wird das mit einer digitalen, anonymen Meldeplattform zur Ermittlung von Steuerbetrügern optimiert. Allerdings – kurz und knapp auf den Punkt gebracht: Die Petze war schon in Schulzeiten eine Kanaille. Daran ändern weder Zeitgeist noch vermeintliche Gerechtigkeitsüberlegungen etwas.

Wem zum Vorteil?

«Ach, ich zahl‘ inzwischen doch auch das Meiste mit der EC-Karte. Weisst Du, das Risiko mich mit Corona zu infizieren ist mir doch irgendwie zu groß». Erzählte dieser Tage ein kürzlich in den wohlverdienten Ruhestand verabschiedeter Bäckermeister. Trotz sinkender Inzidenzen und «Lichts am Ende des Tunnels». Als Handwerker wusste er eigentlich den echten Wert des Bargeldes in einem langen Berufsleben zu schätzen. Noch vor wenigen Wochen wechselten feinste Brötchen gegen Münzen und Scheine in seinem Laden den Besitzer. Er hatte sich nicht angesteckt.

Deutsche auf die Couch.

Der deutsche Wald stirbt. Sagen Förster, Waldbesitzer, fachlich beschlagene Ökologen und Wissenschaftler – und natürlich politisch Grünbewegte – übereinstimmend. Seit über dreissig Jahren. Aber er ist immer noch nicht tot. Glücklicherweise. Allerdings streiten die hier Genannten trotz grundsätzlicher Einigkeit über das Siechtum deutscher Forsten seit Anfang diesen Jahres «wie die Bürstenbinder». Volkstümlichkeit sei erlaubt an dieser Stelle. Doch dazu später. Den möglicherweise aufkommenden Vorwurf der Diskriminierung einer Minderheit möchte ich ausserdem sogleich ausräumen: Bürsten werden heute von Maschinen gebunden, die sprachliche Wendung ist also in ihrem sozial-historischen Kontext einzuordnen. Ach, worum sie streiten? Genau um den endlos sterbenden Patienten.

«Millionen Fliegen können nicht irren, fresst Scheiße!»

Irgendwie waren die Zeiten schon lustiger damals, als solche Graffiti vom Bully höhnten, und die Winfrieds und Renates noch «lieber krank feierten», als «gesund zu arbeiten», und vor allem ihre Sprüche noch selbst glaubten. Nostalgie. Vorbei. Verbürgerlicht in der Macht, grau geworden im wärmenden Kokon von Besoldungs- und Entgelttabellen, werden Ausgangssperren gewunden und staatstragend mit öffentlichem Interesse und Berufsverbote für Künstler mit Solidarität begründet. Oder die wirtschaftliche Zerstörung von Existenzen und Zunahme häuslicher Gewalt als Kollateralschaden kleingeredet. Während Opas in Pullunder sowie englischem Tweed und blonde Kraft-durch-Freude-Fräuleins die Wut auf ihre Mühlen umleiten und täglich neue braune Sch… anrühren … Ähm. Schnitt. Stopp. Stopp. Hab‘ mich vergaloppiert und in Rage geschrieben. Apropos Nostalgie: «Freiheit ist immer die Freiheit der Andersdenkenden» ist noch so ein Spruch, der im Gleichklang von staatlicher Verlautbarung und medial weich gespültem Echo und im Dämmerzustand einer offensichtlich von Dauerangst narkotisierten Mehrheit verhallt. Konnte man gerade gestern wieder an einem medialen Grossexperiment studieren: Weil Schauspieler sich erdreisteten, unter dem Hashtag «allesdichtmachen» die Sinnhaftigkeit der aktuellen Massnahmen und das damit verbundene Meinungs-und Gesinnungsklima …

«Nai hämmer gsait!»

Vorneweg – ich gehöre zur Risikogruppe, denn ich kann mich noch an den Widerstand gegen die Volkszählung erinnern, ebenso ans «Nai hämmer gseit“ in Wyhl. Deshalb bin ich ein Opfer oder Gewinner meiner Sozialisation in jener Zeit, und verspüre mehr als Unwohlsein, wenn staatlich sanktioniertes Tracking gefordert, Ausgangssperren verhängt und handstreichartig der verfassungsrechtliche Grundpfeiler dieser Republik, nämlich der Föderalismus, geschleift werden. Aber verrückt wie sich die Zeiten ändern und doch alles gleich bleibt.

«Angst essen Seele auf.»

Evolutionsgeschichtlich hat die Angst eine wichtige Funktion als ein die Sinne schärfender und Körperkraft aktivierender Schutz- und Überlebensmechanismus, der in tatsächlichen oder auch nur vermeintlichen Gefahrensituationen ein angemessenes Verhalten (Fight-or-Flight) einleitet. Allerdings – Angst als Grundbefindlichkeit oder als gesellschaftlicher Dauerzustand wird zu individueller oder kollektiver Paranoia. Und schädigt sowohl jeden Einzelnen als auch die Gemeinschaft. «Angst essen Seele auf.» So drückte es Ali in Fassbinders berühmtem Film aus. Ganzheitlich ausgerichtete Mediziner sprechen davon, dass eine halbe Stunde Angst rund sechs Stunden Immunsupression auslösen. In drei Tagen ist Ostern. Ein guter Zeitpunkt, uns von dieser scheinbar gemeinsamen und unausweichlichen Verabredung zur Angst, wie sie uns seit rund einem Jahr von Medien und politischer Öffentlichkeit aufgedrängt wird, zu verabschieden. Angst wird uns nicht helfen, die Herausforderung und Zumutungen der Pandemie zu bewältigen, und sie ist – wie der Volksmund schon sagt – «ein schlechter Ratgeber». Täglich zu besichtigen im zunehmend hilf- und phantasielosen Handeln angesichts der gegenwärtigen Situation. «Euch ist nicht der Geist der Furcht, sondern der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit gegeben.» Oder so …

Schneemenschen.

Schneemenschen? Kennt Ihr das? Wenn Ihr morgens aufsteht, und der erste Blick zu den nahen Berggipfeln und Höhenzügen wandert, wo – hoffentlich – das weiße Pulver Eurer Träume liegt. Oder noch besser, wenn Ihr morgens aufwacht und alle Geräusche draußen wie durch Watte gedämpft an Euer Ohr klingen? Und es Euch richtig aggressiv macht, wenn der Moderator im Radio genau in diesem Augenblick sagt: «Lichtblick fürs Wochenende, es wird wieder milder.» Oder noch schlimmer der missgelaunte Nachbar ungefragt jammert, während er mit einer komplett lächerlichen Plastikschaufel auf dem Boden herumkratzt: «Wenn nur bald der Winter vorbei wäre…». Und Ihr voller Begeisterung die weiße Pracht zu herrlichen flaumigen Haufen türmt. Ihr nervt Euch dann fürchterlich über diese miesepetrigen Ignoranten und phantasielosen Schönheitsverweigerer? Dann seid Ihr Schneemenschen! 😜 Willkommen im Club!